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    Heidi 1960 mit Sohn

    HALLO - ich bin HEIDI AGNES,
    geb. 1940 in Berlin-Zehlendorf


    1960-1964
    Meine kurze Ehe mit Jonny


    Oktober 1959:
    Schwiegermutter V. (*1920, gest. 2014) holte mich in ihres Vaters aufgeteilte Villa in Hamburg-Uhlenhorst - Zwangsvermietung war üblich nach Kriegsende 1945.
    Eberhard Laue (Jonny), 20 Jahre alt und ich 19, hatten standesamtlich geheiratet und bewohnten nun Beide im 1. Stock mit Küche und Vollbad das eine, das andere Zimmer seine Mutter zuammen mit ihrer Mutter. Deren von ihnen geschiedene oft betrunkene und häufig nachts randalierende Männer lebten im Tiefgeschoss in zwei Souterrain-Räumen und wurden versorgt von ihren Ex-Ehefrauen.

    Gerhard, Jonnys Vater, war in Hamburg leitender Angesteller. Er konnte es nie verwinden, dass er 1945 seinen Familienwohnsitz Gut Stolzenhagen bei Angermünde in Brandenburg verloren hatte und seine Maschinenfabrik in Berlin demontiert war.
    Jonnys Großvater mütterlichseits, Rentner Neckelmann, ehemaliger Berufsoffizier, besaß einige Hamburger Villen, von denen zwei kriegsbedingt zertört waren.
    Wie so oft nach dem Zweiten Weltkrieg hatten sich diese beiden Männer dem Suff ergeben, so dass nie Geld da war, also ihre Ehefrauen ohne berufliche Ausbildung arbeiten gehen mussten - meine Schwiegermutter als Verkäuferin in einer Boutique und woanders ihre Mutter als Buchhalterin.
    Mir war völlig klar, dass ich nach meiner sechswöchigen Mutterschutzfrist ab Mitte Februar wieder berufstätig sein muss.

    Schlaflose Nächte hatte ich in meiner Schwangerschaft, denn manche Babys kamen mit verkümmerten Gliedmaßen zur Welt - so auch das Mädchen von Jonnys Verwandter.
    Algemeine Vermutung: Strahlung der Atombomben-Versuche in Russland. Jahre später stand fest, das Schlafmittel Contergan darf Schwangeren nicht verschrieben werden.
    Gottlob hatte ich auf meine Mutter gehört:
    Keinen Alkohol, keine Pillen, keine Zigaretten - geht alles aufs Kind.


    Anfang Januar 1960:

    Am Sonntag wurde mir unser Sohn R. geboren - gesund, blaue Augen, dunkles volles Haar, 3450 Gramm schwer, 50 cm groß.
    Horoskop: deutsch Steinbock, Aszendent Zwilling, Medium Coeli Wassermann, Jahresregent Jupiter - chinesisch Schwein.

    Schwiegermutter gab ich für Kost und Logis 15 DMark Stillprämie und sie erlaubte mir die Verlängerung meiner Mutterschutzfrist bis Mitte März und ich holte mir Stempelgeld (rührt her vom Stempel, den sich ab 1920 jeder Arbeitssuchende beim Arbeitsamt montags abholen musste).
    Zu Mitte März wurde ich vermittelt als befristete Aushilfe bei einem Architekten in Lokstedt. Gegen mein Entgelt von wöchentlich 15 DMark ließ ich Söhnchen R. mit vorbereiteter Kost versorgen an fünf Werktagen ab 06:00-18:00 Uhr, brachte ihn von Wohnung Adolfstraße zur nahe gelegenen 3-Generationen-Villa Zimmerstraße der Familie Galvao (Verwandten von Jonny).

    11. Mai: Antritt als Angestellte im Rathaus Altona -
    Technische Zeichnerin Bauamt Stadtplanungsabteilung (Gehaltsgruppe VIII, 430 DMark brutto). dem Technischen Amtmann, vertrat beim Oberbaurat im Vorzimmer seine Sekretärin, half in der Bauprüfabteilung sowie im Katasteramt Blankenese bei Vermessungsarbeiten.

    01. August: Ich musste nach eingehender Untersuchung annehmen, wieder schwanger zu sein, rief aufgelöst Jonny auf seiner Arbeitsstelle an. Er hatte seinen Spätdienst begonnen und nahm die Angelegenheit ziemlich ruhig auf, vertröstete mich auf sein Heimkommen.

    Ich fragte mich: In dieser engen Wohngemeinschaft noch ein Kind aufziehen mit Jonny, wo demnächst sein Zwillingsbruder eine einjährige Haftstrafe abgesessen und heimgeholt werden wird? Zu meiner Mutter zurück kann ich nicht - sie bevorzugt schon immer meine Schwester, versorgt sie zuhause mit ihrem unehelich geborenen Baby. Mein Söhnchen wird es sicher gut haben bei Jonnys Verwandten und Jonny wird wieder frei sein.

    Feierabend vom Rathaus Altona heimfahrend kaufte ich mir Aspirin, trank vorm Zubettgehen 60 Stück im Glas Wasser aufgelöst. Mitternacht schwindelig erwacht, hörte ich Jonnys Heimkommen und dass er meinen Abschiedsbrief zerriss mit den Worten: Sowas trage ich manchmal in meiner Hosentasche und sich schlafen legte. Er bekam nicht mit, dass ich oft zur Toilette wankte, weil ich kotzen musste.

    Morgens bemerkten Jonnys Mutter und Oma meine Vergiftung, telefonierten dem Hausarzt, fuhren dann zur Arbeit, auch Jonny. Irgendwann mittags wurde ich mit Blaulicht zum Krankenhaus St. Georg gefahren. Dort elf Tage, besuchten mich Jonny, meine Mutter und meine Schulfreundin selten, verstanden meine Verzweiflungstat nicht. Mutter sagte mir, sie habe eine Scheidungsanwältin beauftragt - ich solle mit meinem Baby R. zurück zu ihr ziehen. Das tat ich am Entlassungstag, holte aus der Uhlenhorster Villa Söhnchen R. und meine persönlichen Sachen in die Wohnung meiner Mutter. Aber seit November 1959 war mein kleines Zimmer untervermietet. So nächtigte ich (20) auf der Couch im Wohnzimmer, meine Schwester (18) weiterhin im Schlafraum bei Mutter, nebenan im acht-qm-Zimmer mein Sohn R., 7 Monate alt bei seinem Cousin H., 15 Monate alt.
    Für Baby-Betreuung und Wäschepflege zahlte jede unserer Mutter monatlich 180 DMark.

    Morgens halb 7 Uhr gingen meine Schwester und ich los von Mutters Wohnung Blumenau bis Landwehr, nahmen die S-Bahn Richtung Altona (wo ich als technische Zeichernin im Rathaus arbeitete), trafen uns um 17 Uhr Holstenstraße (wo meine Schwester als Büroangestellte arbeitete), stiegen Landwehr aus und kauften vor Ladenschluss 18 Uhr ein - so 3-Pfund-Mischbrot 78 Pfennig, 250 g Margarine 32 Pfennig.


    1961: März - ich (21) wurde schuldlos geschieden (Verschuldensprinzip), Verzicht auf gegenseitigen Unterhalt einschließlich Notbedarf, bekam das Sorgerecht für unsern Sohn R. (1) nebst seinem Unterhalt von wöchentlich 15 DMark zugesprochen.
    Jonny (22) durfte R. monatlich ein Wochenende und je einen Tag Ostern und Weihnachten zu sich nehmen. Das tat er nie. Meine Anwältin hatte mir sein Verhalten schon vorausgesagt:
    Was soll denn ein so junger Mann mit einem kleinen Kind?
    Ich zog also R. allein groß - 1-jährig lief R., 2-jährig brauchte er keine Windeln mehr, 10-jährig bekam er eine Brille, weil kurzsichtig wie sein Vater.

    Sommer: Fünf Jahre nicht verreist, liehen mir Kollegen 200 DMark. Bekannte brachten mich und R. zu einer Familie in Wesselburen/Nordsee - Ü/F sechs DMark. Gemüse aus dem Garten durfte ich pflücken und in der Küche kochen.
    Irgendwann beim Wattwandern unterschätzte ich flutende Priele. Feixende Bauarbeiter am Ufer beobachteten, wie ich - Söhnchen tragend an meiner Hüfte - auf dem Sandaufspülungsrohr ans Ufer jonglierte.

    Herbst: Mutter wollte meinen Sohn R. (1 3/4) und den Sohn (2 1/2) meiner Schwester nicht länger hüten.
    Ich durfte als Behördenangestellte während meiner Arbeitszeit nach Wohnung und Krippenplatz suchen - in Hamburg vergeblich!

    Mein Bauamtskollege half:
    Sein Bruder, Hochbau-Ing., seit sieben Jahren arbeitslos, wohnhaft in Wahlstedt, gebe mir und meiner Schwester gegen Vorauszahlung mietfrei drei Zimmer, Küche, Bad im Obergeschoss seines Hauses.
    Und: Die katholische Kita nebenan im Wald nehme Kinder unter drei Jahren auf.

    Meine Schwester (19) und ich (21) sagten zu, ließen uns von Mutter unsere von Oma zur Konfirmation geschenkten Sparbücher mit je 2500 DMark geben, bezahlten die vereinbarte Summe und kauften bei Neckermann mit 5 Prozent Rabatt Möbel, Spielzeug, Hausrat mit Lieferung an unsere neue Bleibe.

    Noch im Oktober 1961 bis März 1962 in Hamburg nahmen meine Schwester und ich Tanzunterricht bei Wendt, Rotherbaum.
    Dort forderte mich Klaus-Peter E. (18) stets zum Tanze auf - Elektro-Azubi im ersten Lehrjahr bei HEW.
    Er ging 1 x wöchentlich zur Gewerbeschule Altona, Museumstraße. Dort im Park vor meiner Arbeitsstellle Rathaus Altona, wo ich in der Mittagspause spazieren ging, traf ich ihn manchmal.


    1962: Januar - ich belegte mit Klaus-Peter den Fortgeschrittenenkurs. Nachdem wir einmal Wösners Weinstuben Lerchenfeld besucht hatten, begleitete er mich bis vor die Haustür der Wohnung meiner Mutter in der Blumenau.
    Ich druckste: Warte, bin gleich wieder da, holte meinen Sohn und sagte: hier, das ist mein Sohn R., zwei Jahre alt. Von seinem Vater ließ ich mich letztes Jahr im März scheiden.

    Klaus-Peter lächelte, öffnete die Schlaufen seines Dufflecoats und schob mein freundlich staunendes Söhnchen hinein. Nach unserm Gang um den Häuserblock überreichte er ihn mir mit glänzenden Augen.

    Elektrisiert dachte ich: Nicht verlieben! und sagte schnell: Im April ziehe ich nach Wahlstedt und arbeite im Kreisbauamt Bad Segeberg.

    In der Stadtplanungsabteilung Rathaus Altona noch nach Gehaltsgruppe VII mit 480 DMark befördert, verkündetete ich im Februar den Kollegen meine Versetzung zum 01. April in das Kreisbauamt Bad Segeberg, sah dabei aus meinem Fenster auf die Elbe - Wilhelmsburg mit Wasserflächen - die Hamburger Flutkatastrophe.


    02. April: Meine Schwester mit ihrem Sohn (fast 3) und ich mit meinem Söhn R. (2) waren umgezogen nach Wahlstedt ins Einfamilienhaus des Bruders meines Bauamt-Rathaus-Altonaer Amtskollegen. Meine Schwester trat vor Ort ihre Stelle als Sekretärin einer Bekleidungsfirma an und ich im Kreisbauamt Bad Segeberg als technische Zeichnerin und Assistentin des Leiters der Abteilung Wasserwirtschaft. Feierabend am ersten Arbeitstag telefonierte Mutter mir, dass ihr Vater - mein 89jähriger Opa in Berlin-Wannsee - tödlich verunglückt ist.
    Ich weinte sehr und dachte, wie Mutter sich fühlt, wo sie nun ganz allein ist.

    Meine Dienstzeit begann um 8 und endete um 18, freitags 14 Uhr. In der eineinhalbstündigen Mittagspause aß ich Obst, Quarkstullen und kaufte ein.

    Morgens um 5 Uhr holte ich vom nahen Bauernhof Milch, kochte zum Frühstück vier Portionen Griesbrei, nahm um 7 Uhr den Bus nach Bad Segeberg, meine Schwester brachte beide Kinder zur Wald-Kita.
    Wir wohnten zu Viert in nur einem Obergeschoss-Zimmer des Einfamilienhauses - Plastikplane vorm Fensterausschnitt - ertrugen Baumaßnahmen in Küche und Vollbad sowie den zwei weiteren Zimmern, die uns versprochen waren. Die Treppe dorthin hatte noch keinen Handlauf und Belag, die Dachpfannen-Unterseite war sichtbar.
    Ab Mai bewohnten wir zwei Zimmer mit Heizlüftern und der Hausbesitzer forderte von uns 500 DMark für angeblich verbrauchten Baustrom. Davon informierte ich meinen Chef - er sofort den Leiter des Kreisbauamtes Bad Segeberg. So wurde mir zu Juni die Wahlstedter 3-Zimmer-Wohnung im OG des bewirtschafteten Endreihenhauses im Mecklenburger Weg zur Monatsmiete von 98 DMark ex. nachwiesen.

    Dort strömte Warmluft vom Eierbrikett beheizbaren Ofen im Flur durch die Gitterroste hinter drei Zimmertüren, Gasthermen wärmten Küche und Duschbad. Im Treppenhaus führte eine Einschub-Leiter zum Trockenboden, wo wir freitags unsere Wäsche aufhängten - dienstags die unter uns wohnende Familie. Heizmaterial lagerte im Keller.

    Ein Jahr später klagte ich über einen Anwalt vom vorigen Vermieter drei Raten à 500 DMark ein.

    Juli: ich begegnete Ten, Japaner - älter als ich, klein, rundlich, charmant, geschieden, Chef de Rang im Kurhaus Bad Segeberg.
    Ten lud mich häufig ein zum Mittagessen, ließ mich per Taxi vom Kreisbauamt abholen und zurückfahren.
    Schließlich war ich ihm total verfallen. Wir verlobten uns. Während meines Krankenhausaufenthaltes wegen Nebenhöhlen-OP ging Ten fremd. Seinen Brillantring gab ich ihm über meine Schwester zurück, fuhr mit Neffe (3) und Sohn R. (2) zur Famile meines ehemaligen 1962 pensionierten Altonaer Kollegen, einem Amtmann, in Pinneberg-Waldenau.
    Ten sah ich nie wieder.

    Herbst: Ich verliebte mich in Wolfgang A., (20) Zeit-Soldat, charmant, schwarze lockige Haare, blaue Augen.
    Er besuchte mit seinem Kameraden (21) wochenends ein Dorf-Lokal in Wahlstedt, das auch meine Schwester und ich sonnabends besuchten, tanzten dort Rockn Roll, Blues und Twist.

    1963: Unseren Führerschein im März bestanden, kauften meine Schwester und ich durch 3000 DMark Kreditaufnahme den gebrauchten Ford 12 M (Benzin 43 Pfennig, Wagenwäsche 3,50 Mark).
    Damit fuhr ich nun täglich zum Kreisbauamt, machte in der 1 1/2-stündigen Mittagspause Einkäufe, die ich nach Hause in Wahlstedt brachte und das Abendessen vorkochte - Eintopf aus Schweinebauch, Mohrrüben, Erbsen, Kartoffeln, Petersilie, Zwiebeln, Nachspeise Magerquark (Pfund 25 Pfennig) gesüßt mit Marmelade.
    Samstags aßen wir mit unseren Kindern (3 und 4 Jahre alt)Eierpfannkuchen oder Toastbrot mit Schinken, Käse und Ananas überbacken und sonntags kochte ich ein großes Menue.
    Wegen des Kredits jobbten wir nebenbei, kellnerten abwechselnd von 20 bis 01 Uhr auf 10-Prozent-Basis im Dorett, Neumünster.

    Juli: Wir bestellten beim Harburger Autohändler einen neuen Simca 1000, schlossen den Kaufvertrag über 4000 DMark, diesen gegen 3000 DMark Inzahlungsnahme für unsern benzin- und ölfressenden alten Ford 12 M. Damit überschlug ich mich 14 Tage später frühmorgens auf der B 205, fiel raus (Sicherheitsgurte gab es noch nicht) und rutschte über den Asphalt. Vorbeifahrende Bundeswehrsoldaten brachten mich ins Krankenhaus Boostedt, wo mein Knie genäht wurde.
    Unser Ford 12 M war 250 DMark Schrott wert, Kaufvertrag-Rücktritt vom Simca wurde abgelehnt - nun Ratentilgung für zwei Autos!
    Im Dorett weiterhin abends gekellnert, überzeugten mich dort Ingenieure einer Tief- und Straßenbaufirma Neumünster, dass ich bei ihnen mehr verdienen würde.
    Am 01. Oktober nahm ich die Stelle an - die eine Konventionalstrafe ans Kreisbauamt Segeberg zahlte - und mich bis Ende 1963 beschäftigte, da ich nach Hamburg zurückziehen und mit Jonny Kontakt aufnehmen wollte.


    1964: Im Januar auf mein Stellengesuch im Hamburger Abendblatt wurde mir in eine befristete Sekretärinnen-Stelle in Hamburgs Innenstadt bis April angeboten, die ich annahm und diese drei Monate bei meiner Mutter in Hamburg-Eilbek wohnte.
    Indes blieb mein Sohn R. in der Obhut meiner Schwester in der 3-Zimmer-Wohnung Wahlstedt, die ich ihr überließ sowie unser Auto, den Simca 1000.
    Ich war froh, dass meine Schwester einen festen Freund hatte und nicht mehr an Mutter klebte, wie seinerzeit vor unserem Umzug nach Wahlstedt.

    Januar: Nun arbeitend im Chilehaus bei einem Maschinenbau-Ingenieur als Vertretung seiner erkrankten Sekretärin brauchte ich nicht stenografieren, sondern tippte Diktate von der Venylplatte im Assmann-Wiedergabegerät mit Fußtaste und Kopfhörer in die elektrische IBM-Schreibmaschine mit Korrekturband.
    2 x fuhr ich meinen Chef in seinem Mercedes D bei Glatteis zu Kunden in Süddeutschland.

    Ich suchte eine Festanstellung, annoncierte:
    Bauzeichnerin, geschieden, mit Sohn (4), Steno/Schreibmaschine, Führerschein Kl. III, sucht feste Anstellung und Wohnung zum 01.04.1964 in Hamburg - bekam 34 Zuschriften.

    Ein Architekt in Hamburg-Langenhorn stellte mich Mitte April ein als Sekretärin - Gehalt 750 DMark brutto abzüglich Miete 100 DMark fürs Einzimmer-Appartement seines im Garten gelegenen Bürohauses. Dort zog ich ein mit meinem Sohn R. (4), brachte ihn morgens zur Kita Tannenweg. Wochenends spielte er mit den kleinen Töchtern der Architekten-Familie an deren Bungalow vorn am Reekamp.

    Mai:
    Dorthin lud ich Jonnys Mutter ein, hörte:
    Jonny (25) hat einen Sohn zur Linken - seine Freundin schrieb mir auf offener Postkarte. Sie hat sich inzwischen von ihm getrennt.
    Ich dachte: Ah, letztes Jahr Juni in Wahlstedt, als Jonny unsern R. (3) für zwei Stunden mitnahm, die junge Frau im Wagen.

    Ich war zutiefst betroffen, denn damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet, wollte ich doch wieder Kontakt mit Jonny aufnehmen und dies nicht nur, weil er mir seit 1962 den Unterhalt für unsern Sohn R. schuldete.
    Wütend klagte ich auf Nachzahlung vor Gericht, ließ sein Gehalt pfänden und erhielt dann die mir geschuldeten 1.440 DMark ratenweise per Postanweisung.

    Internet:
    Erst 1980 wurde der Unterhaltsvorschuss nach dem Unterhaltsvorschussgesetz (UVG) - eine Sozialleistung für Kinder unter 12 Jahren in Deutschland - eingeführt, gleichwohl die Sozialhilfe. Bis dahin hieß sie Armenpflege und war Aufgabe der Wohngemeinden.


    1964-1992 auf Seite 4 - 55 Jahre Ehe mit Klaus-Peter


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